Tierheilpraktikerin Sandra Sievers

Blutegel

Behandlungen mit Blutegeln waren bereits vor dem 5. Jahrhundert v. Chr. ein fester Bestandteil der Heilkunst. Mitte des 19. Jahrhunderts war durch den starken Verbrauch sogar die Blutegelpopulation so dezimiert, dass diese vom Aussterben bedroht war. Blutegel besiedeln nur reines Wasser und so sind ihre natürlichen Lebensräume durch steigende Umwelt-verschmutzung mittlerweile sehr begrenzt. Seit den 1980er Jahren wird die Behandlung mit Blutegeln bei Mensch und Tier wieder vermehrt eingesetzt. In der therapeutischen Behandlung kommt meist der medizinische Blutegel Hirudo medicinalis zum Einsatz.



Der Blutegel sondert über den Speichel etwa 20 verschiedene Substanzen in die Wunde ab, darunter die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin sowie das entzündungshemmende Eglin. Dadurch können insbesondere  Entzündungen und Schmerzen gelindert werden. Während der Behandlung gibt der Egel jedoch nicht nur die heilenden Wirkstoffe des Speichels ab, sondern nimmt mit dem aufgesaugten Blut auch schädliche Substanzen (z.B. Viren, Bakterien etc.) seines "Opfers" mit auf; daher darf lt. Gesetz jeder Egel auch nur einmalig zur Anwendung kommen. Diese wundersamen kleinen Helferlein können übrigens über 30 Jahre alt werden.

Nach der Behandlung kommt es zu einer Nachblutung, die 2-12 Stunden anhalten kann - diese Nachblutung ist gewünscht und wichtig! Dabei werden Entzündungsprodukte sowie "Abfallprodukte" im erkrankten Gebiet abtransportiert und abgebaut. Eine verbesserte Durchblutung bringt auch viel frischen Sauerstoff in das erkrankte Gebiet und verklebtes oder defektes Gewebe kann sich wieder regenerieren.

Das Zusammenspiel der Wirkstoffe und der lokale Aderlass machen den Blutegel so erfolgreich bei der Behandlung von lokalen, gestauten, durchblutungs- und stoffwechselgestörten Prozessen. 
Gute Indikationen
für den Einsatz von Blutegeln sind u.a.:

  • Spat
  • Hufrollenentzündung
  • Hufrehe
  • Phlegmone (Einschuss)
  • Sehnenschäden
  • Ödeme
  • Verletzungen, Bisswunden, Prellungen
  • schlecht heilende Wunden
  • Abszesse, Furunkel, Fisteln
  • Otitis
  • Mastitis
  • Othämatom (Blutohr)
  • Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie (HD und ED)
  • Spondylose
  • Arthritis und Arthrose
  • Leckekzem und andere Ekzeme
  • Narbengewebe

Nicht geegelt wird z.B. bei:

  • Anämie
  • Leukämie
  • Diabetes
  • hohem Fieber
  • Magengeschwüren
  • malignen Tumoren
  • schlechtem Allgemeinzustand
  • fortgeschrittener Lebererkrankungen und anderen schwerwiegenden Organerkrankungen
  • Kachexie
  • Bluter-Krankheit
  • Verabreichung blutverdünnender Medikamente

Die Gabe verschiedener Medikamente wie z.B. Cortison, Antibiotika, chemische Entwurmungsmittel und Spot-On-Präparate gegen Flöhe sollte möglichst einige Zeit zurückliegen, da die Egel sonst unter Umständen nicht beißen.

    


Hinweis im Sinne des § 3 HWG:
Bei der hier vorgestellten Methode sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die naturwissenschaftlich-schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind.